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2015 geriet Europa erneut in eine Krise. Jetzt, sechs Jahre nach dem Beginn der „Eurokrise“ ist noch keines der aufgetretenen Probleme gelöst worden; tatsächlich ist diese noch durch die Ereignisse verschärft und vervielfacht worden.

Heute beginnen wir mit dem ersten Teil einer neuen Serie von Alan Woods, welche eine verständliche Erklärung der marxistischen Methode zur Analyse von Geschichte liefert.

BBC berichtete dieses Jahr, dass die „Anzahl Kinder, die in England wegen selbstverletztendem Verhalten in ein Krankenhaus eingeliefert werden, auf einem 5-Jahres-Hoch“ sei. Eine Studie des Health and Social Care Information Centre zeigte, dass die Einlieferungen in der Altersklasse der 10 bis 15-jährigen Mädchen zwischen 2009/2010 und 2013/2014 von 3090 auf 5953 stieg. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl bei den Jungen von 454 auf 659. Dies entspricht

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Türkei. Im letzten Jahr haben die Menschen im Südosten der Türkei miterlebt, wie ihre Stadtviertel und ganze Städte zerstört wurden. Tausende Unschuldige wurden eingesperrt und hunderte wurden in diesem einseitigen Bürgerkrieg ermordet.

Nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses bezeichnete eineR der SprecherInnen der regierenden konservativen PP Spanien als „unregierbar“. Das ist momentan ein passendes Bild dieses Landes. 

Am späten Abend des 6. Dezember hat der Nationale Wahlrat Venezuelas die provisorischen, aber eindeutigen Ergebnisse der Parlamentswahlen verkündet. Die konterrevolutionäre MUD (Tisch der Demokratischen Einheit) hat 99 Sitze gewonnen, die bolivarische PSUV 46, 22 sind noch nicht vergeben worden. Das ist ein schwerer Rückschlag und es ist unsere Pflicht, die Gründe zu analysieren und die voraussichtlichen Folgen zu erklären.

Mindestens 98 Menschen wurden beim größten Terroranschlag der türkischen Geschichte getötet, hunderte sind durch die zwei Explosionen verletzt worden. Dieser Anschlag reiht sich in die Terrorkampagne gegen die linken Kräfte in der Türkei ein, die seit der Wahl andauert. Doch hat der Anschlag eine massive Gegenreaktion hervorgerufen. Zehntausende gingen umgehend auf die Straße um gegen Erdogan und seine Schläger zu demonstrieren. Eine Reihe an Gewerkschaften hat zudem für den 12. und 13.10. einen Generalstreik ausgerufen!

Der Sozialistisch-Demokratische Studierendenverband der Partei DIE LINKE (dielinke.SDS) hielt seinen 16. Bundeskongress vom 12. bis 14. Juni 2015 in Freiburg ab. Vor dem Hintergrund der jüngsten Regierungsangebote des reformistischen Flügels der Partei DIE LINKE und des Bielefelder Parteitags verteidigten die etwa 35 anwesenden Delegierten die klassenkämpferische Linie des Studierendenverbands. Die Internationale Marxistische Tendenz (IMT) war vor Ort.

Griechenlands Finanzminister Varoufakis wird in den Medien als „unberechenbarer Marxist“ vorgeführt. Dabei ist dieser angetreten, den Kapitalismus vor sich selbst zu retten. Fred Weston zeigt, warum dieser Ansatz zum Scheitern verurteilt ist.

Die Bewegung PODEMOS (Wir können) ist zum Dreh- und Angelpunkt der spanischen Politik geworden. Es gibt keine etablierte Partei, die nicht über die Gefahren des "Populismus" in Panik geraten ist. Einige Tage vor seinem Ableben drückte der verstorbene Präsident der Santander Bank, Emilio Botin, seine Besorgnis über den Aufstieg von PODEMOS aus.

Hiermit senden wir unsere Solidarität zu den mexikanischen StudentInnen des Instituto Politécnico Nacional (IPN), welche seit über einer Woche gegen die Angriffe der Regierung auf die öffentliche Bildung kämpfen!

Die Kräfte der ISIS-Terrortruppe belagern seit Wochen die nordsyrisch-kurdische Stadt Kobane in der Region Rojava an der türkisch-syrischen Grenze. Tausende Kurden sind Richtung Türkei geflüchtet. Bei ihrem verzweifelten Versuch, Nachschub, Waffen, Vorräte nach Kobane zu bringen, werden sie von der türkischen Armee blockiert. Während der Rest der Welt zusieht, sind die Menschen in Kobane von einem unaussprechlichen Blutbad bedroht.

Letztes Wochenende fand in Nidau bei Biel die 5. marxistische Herbstschule der marxistischen Strömung der Funke statt. Zum ersten Mal war es ein zweitägiger und zweisprachiger Anlass, was ein grosser Schritt vorwärts bedeutet für die Entwicklung unserer Strömung.

Laut jüngster Meinungsumfragen leisten sich Befürworter der schottischen Unabhängigkeit und ihre Gegner ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen. Das für den 18. September 2014 angesetzte Referendum über die schottische Frage setzt vor allem die britische herrschende Klasse unter Druck.

Das folgende Papier über die Ereignisse und Entwicklungen in der Ukraine wurde am Weltkongress der IMT diskutiert und einstimmig angenommen.

Flasko ist eine Fabrik, die seit 11 Jahren von der Belegschaft besetzt wird, und anfangs für drei Monate stillstand, nachdem der Eigentümer die ArbeiterInnen auf die Straße gesetzt und die Maschinen verkauft hatte. Die Besetzung folgte auf die Besetzung zwei anderer Fabriken (Cipla and Interfibra), die zur selben Unternehmensgruppe gehörten. In diesen beiden Fällen intervenierte jedoch der Staat gegen die Belegschaft.

Am 25. Mai finden die EU-Wahlen statt. Die Wahlen stehen ganz im Zeichen der Folgen der  Krise in der Eurozone. Claudio Bellotti (Mitglied der nationalen Exekutive der italienischen Rifondazione Comunista) analysiert die Dynamiken dieser Krise und die politischen Antworten der Sozialdemokratie und der Linken in Europa.

Das Drama endete mit den Sturz von Janukowitsch. Aber in Wahrheit ist dies nicht das Ende, aber ein mögliches Ende vom zweiten Akt. Im Moment der Wahrheit war niemand bereit, sein eigenes Leben für ein Regime zu opfern, dass bereits komplett von innen heraus verrottete. Es brauchte nur einen entschlossenen Stoß, um es zu stürzen. Die Macht fiel in die Hände der Opposition wie ein überreifer Apfel, der von einem Baum fällt. Die Frage ist: Was wird sie damit tun? Eine Analyse von Alan Woods.

Am 18. März erklärte der russische Präsident Vladimir Putin vor der Duma in Moskau die Eingliederung der Krim an Russland. Dem ging ein Referendum voraus, bei dem die grosse Mehrheit der Bevölkerung der Krim für den Anschluss an die Russische Föderation stimmte. Sofort nach Putins Rede wurde ein Abkommen mit der Krim unterzeichnet, das diesen Beschluss auch in die Tat umsetzt, und derzeit vom russischen Parlament ratifiziert wird.

Russlands Präsident Putin ließ sich vom Parlament mit der Vollmacht ausstatten, die russische Armee auf die Krim und in die Ukraine zu entsenden. Wenige Tage zuvor hatten „unbekannte“ bewaffnete Männer strategische Punkte auf der Halbinsel Krim unter ihre Kontrolle gebracht. Später wurde wenig überraschend aufgedeckt, dass es sich dabei um Angehörige der auf der Krim stationierten russischen Schwarzmeerflotte handelte. Der pro-russische Präsident der Krim hat gleichzeitig Moskau um Unterstützung gegen das neue Regime in Kiew gebeten. Weiters kam es in mehreren ostukrainischen Städten zu pro-russischen Demonstrationen.

Knapp 5 Jahre nach ihrer Gründung befindet sich die Front Gauche (Linksfront) in einer tiefen Krise. In nicht wenigen Städten hat die Linksfront – übrigens ebenso wie die PCF (Französische Kommunistische Partei) und die Parti die Gauche (PG) - keine Listen, um im März 2014 bei den ersten seither stattfindenden Kommunalwahlen teilzunehmen.

Heute entsteht in Tuzla eine neue Zukunft! Die (örtliche) Regierung hat ihren Rücktritt eingereicht. Das bedeutet, dass die erste Forderung der DemonstrantInnen erfüllt worden ist und die notwendigen Bedingungen geschaffen wurden, um die bestehenden Probleme zu lösen. Aufgestauter Zorn und Wut sind die Gründe für aggressives Verhalten. Die Haltung der Behörden hat die Bedingungen geschaffen, um Zorn und Wut zur Eskalation zu bringen.

Kurz vor Redaktionsschluss brachen in Bosnien aufstandsähnliche Massenproteste aus. Die Balkankriege haben das Land in die Barbarei zurückgeworfen. Kapitalismus bedeutet nur wachsendes Elend. Wir blicken auf die Hintergründe der Proteste.

Die deutsche Veröffentlichung des Romans Der Mann, der Hunde liebtedes kubanischen Autors Leonardo Padura ist ein Ereignis von großer politischer und kultureller Bedeutung. Ich las diesen bemerkenswerten Roman als er auf Spanisch erschien und er beeindruckte mich sehr. Ich wollte damals eine Rezension schreiben, wurde aber durch verschiedene Umstände davon abgehalten. Mit dem größten Vergnügen werde ich hiermit das Versäumte nachholen.

Der Kapitalismus ist ein System, das ohne Ungleichheit und Instabilität nicht vorstellbar ist. In Zeiten der Krise treten diese Phänomene mit besonderer Schärfe zu Tage. Das müssen selbst die Bürgerlichen immer mehr zugeben. Die Weltwirtschaft ist jetzt im Jahr 5 der Krise. Der Lebensstandard der großen Masse der Bevölkerung  ist seither in den meisten Ländern ständig gesunken.

Mit Jahresbeginn erwachen auch die Erinnerungen an ein anderes Neujahr vor genau 100 Jahren, als 1914 Millionen von Menschen, beinahe traumverloren, auf einen tiefen Abgrund zusteuerten.

Wenn eine traditionsreiche, 150 Jahre alte politische Organisation in die schwerste Krise ihrer Geschichte kommt, liegt es nahe, sich nostalgisch nach guten alten Zeiten zurück zu sehnen. So feiert die SPD im Dezember 2013 den 100. Geburtstag ihres früheren Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Willy Brandt, labt sich am Gedenken an ihr eigenes Denkmal und bindet die stark verunsicherte Basis mit der Ikone des legendären Veteranen.

Der nationale Trauertag für Nelson Mandela ging für die herrschende Klasse, den ANC und Präsident Zuma in die vollkommen falsche Richtung, als die Massen aus der Reihe tanzten und sich in den Mittelpunkt stellten. Die Trauerfeier war als Vorzeigeveranstaltung für Zuma und dessen Regierung geplant.

Überall im Land versammelten sich Menschen um dem Freiheitskämpfer Tribut zu zollen. In Soweto, wo Mandela bis zu seinem Tod lebte, versammelten sich die Bewohner auf der Strasse um zu trauern und sein Leben zu feiern. Die Nationalflagge wird bis zu seiner Beerdigung auf halbmast wehen.

Mit dem Ausgang des SPD-Mitgliederentscheids ist nun die letzte Hürde auf dem Weg zu einer „Großen Koalition“ (GroKo) aus CDU/CSU und SPD überwunden. Was sich in den letzten Tagen abgezeichnet hatte, ist nun amtlich. Bei einer hohen Wahlbeteiligung haben knapp 76 Prozent für die Annahme des Koalitionsvertrags gestimmt.

Griechenland. Der Wienbesuch des Vorsitzenden der griechischen Linkspartei SYRIZA, Tsipras, Ende September sorgte für großes Aufsehen. Im Bruno Kreisky-Forum gab er den vernünftigen Sozialdemokraten.

Das bürgerliche Lager ist klarer Sieger dieser Wahlen. Die Verluste der ÖVP unter Michael Spindelegger waren geringer als erwartet, die FPÖ konnte sich massiv an Arbeiterstimmen bedienen. Und da wären dann noch die zwei Milliardärsparteien FRANK und der hippe Ableger des Baukonzerns STRABAG. Die Grünen sind auch wieder dabei. Gemeinsam ergibt dies eine satte bürgerliche Parlamentsmehrheit. Eine Wahlanalyse der Funke-Redaktion abseits moralin-saurer Wählerbeschimpfungen.

In seiner Position als Vertrauensmann des französischen Gewerkschaftsbundes CGT vertritt Francis Smaïl (siehe Foto) die Interessen der Air France Mitarbeiter am Flughafen Charles-de-Gaulle in Roissy bei Paris. Die von den Arbeitgebern ausgehende Unterdrückung äußert sich Tag für Tag und dauert nun schon seit Jahren an. Eine kleine Zusammenfassung der jüngsten Ereignisse liefert ein Kollege der CGT in Roissy.

Schwarz-Gelb ist abgewählt. Dies gehört zu den hervorstechendsten und erfreulichsten Ergebnissen der Bundestagswahl vom 22. September 2013. Viele ArbeiterInnen und Jugendliche, GewerkschafterInnen und Linke haben sich am Wahlabend riesig darüber gefreut, dass die FDP mit nur noch 4,8 Prozent der Zweitstimmen nicht mehr im Bundestag sitzt. Damit ist die kleine Partei des großen Geldes, die Interessenvertretung der Eliten und des obersten Prozents der Bevölkerung erstmals nicht mehr im Parlament vertreten und steckt nun im Überlebenskampf.

Im folgenden Dokument der International Marxist Tendency (IMT) wird Zwischenbilanz über die Folgen der Krise gezogen und angesichts der Ereignisse in der Türkei, Brasilien und in Ägypten eine Perspektiven für die künftigen Klassenauseinandersetzungen skizziert. Die dramatischen Ereignisse in der Türkei, in Brasilien und Ägypten sind ein klares Indiz dafür, dass wir uns auf der ganzen Welt in einer völlig neuen Situation befinden. Unsere Aufgabe besteht darin, die diesen Ereignissen zu Grunde liegenden Prozesse zu analysieren. Es darf jetzt keinen Platz für Routinismus geben.

Die Erklärung von Obama, dass die USA ihre Unterstützung für die Syrischen Rebellen verstärken werden, bedeutet eine Veränderung der Situation. Die Ankündigung des Weißen Hauses heißt, dass die USA der syrischen Opposition erstmals direkt militärische Hilfe zur Verfügung stellen werden. Der Sprecher des Weißen Hauses Ben Rhodes gab keine genaueren Details über diese militärische Hilfe preis, er sagte lediglich, dass sie sich „in Spielraum und Ausmaß von dem unterscheiden würde, was bisher zur Verfügung gestellt wurde“.

Die ägyptischen Sicherheitskräfte haben die Protestcamps blutig niedergeschlagen und demoliert. Diese Camps sind von UnterstützerInnen der Muslimbruderschaft (MB) organisiert worden. Der Protest hatte seinen Schwerpunkte auf dem Al-Nahda-Platz und Raba'a al-Adawiyya in Kairo. Ziel der Proteste war es die Kräfte der Muslimbruderschaft nach dem Sturz von Mursi zu mobilisieren und neu zu formieren. Dies markiert einen weiteren dramatischen Wandel in der Situation der ägyptischen Revolution.

Der fünfte Juni, neunter Tag der Massenbewegung gegen die autoritäre und reaktionäre Regierung Erdogans, war gekennzeichnet durch gemeinsame Streikaktionen der Gewerkschaften KESK und DISK. Gleichzeitig waren einige Regierungsmitglieder  damit beschäftigt, von Zugeständnissen zu reden, um die Bewegung einzudämmen.

Einmal mehr lehnt sich die Bevölkerung in Ägypten gegen die Diktatur, gegen Armut und Korruption auf. Am 30. Juni fluteten Millionen Menschen die Strassen in allen grösseren Städten des Landes. Mohammed Mursi und die Muslimbrüder sind längst nicht mehr Herr der Lage. Ihr Schicksal liegt nun in den Händen einer Massenbewegung, die die Regierung jederzeit stürzen könnte.

Am 20. Juni waren landesweit eine Million Menschen auf der Straße und feierten ihren Sieg im Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen, die in mehreren Städten aufgrund massiven Widerstandes zurückgenommen werden mussten. Doch die Bewegung hat durchaus einen widersprüchlichen Charakter. So kam es bei den Massendemos in Sao Paulo und Rio de Janeiro am 20. Juni zu schrecklichen Szenen, als rechtsextreme Gruppen gewaltsam gegen die Blöcke linker Parteien, Gewerkschaften und sozialer Bewegungen vorgingen. Wer rote Fahnen oder T-shirts mit linken Symbolen trug, wurde von den Rechten ins Visier genommen.

Dass ein massiver Polizeieinsatz mit vielen tausend Beamten der Bereitschaftspolizei am vergangenen Samstag die Frankfurter Blockupy-Demonstration abrupt beendete, hat viele überrascht, die in der Erwartung einer bunten und friedlichen Demo nach Frankfurt gekommen waren. Stattdessen erlebten sie uniformierte Eindringlinge in Polizeiuniform, die auch Pfefferspray einsetzten und einen Teil der Demonstration viele Stunden lang einkesselten und dann einzeln abführten und erkennungsdienstlich behandelten. So gelang es der Staatsgewalt, Bilder und das Signal einer bundesdeutschen Protestbewegung vom Willy-Brandt.Platz vor der Europäischen Zentralbank (EZB) im Frankfurter Bankenviertel in alle

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Die Vororte von Stockholm stehen in Flammen. Brennende Autos, eingeschlagene Fenster von Polizeistationen und Straßenschlachten zwischen der Polizei und Vorstadtkids. Eine Generation, die im Kapitalismus keine Zukunft mehr sieht, lässt ihrem lang unterdrückten Unmut und Zorn nun freien Lauf.

Das einstige Musterland unter den Nachfolgestaaten von Ex-Jugoslawien steckt in einer tiefen gesellschaftlichen Krise. Bereits seit Monaten erschüttert eine Protestbewegung, die sich „gegen das System“ richtet, das Land. Hintergründe und Perspektiven der Bewegung beleuchtet dieser Artikel von Goran Music und Emanuel Tomaselli.